#1 Star Trek Vanguard 1: Der Vorbote von Ekim 29.11.2011 10:09

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Verlag: Cross Cult
Autor: David Mack
ISBN-Nummer: 978-3-936480-91-7
Preis: 12,80 €


Zusammenfassung:

Der Beginn einer neuen epischen Saga!
STAR TREK - VANGUARD bietet eine fesselnde
Neuausrichtung der STAR TREK-Fiktion
und einen ungewohnten Blick auf die Ära
der "Original-Serie"!


Nach der historischen ersten Reise an die äußere Grenze der
Galaxis: Die U.S.S. Enterprise durchquert unter Captain Kirk
die Taurus-Ausdehnung. Das Gebiet ist weitab der Födera-
tionsgrenzen und ungewöhnlich nah an dem Raum der
Tholianischen Gemeinschaft. Captain James T. Kirk befiehlt
die Enterprise zur neuen Raumbasis 47 - auch bekannt als
Vanguard -, um Reparaturen an seinem beschädigten Schiff
durchführen zu lassen.

Kirk vermutet, dass Vanguard mehr ist, als sie zu sein
scheint. Die Tholianer, Orioner und das klingonische Im-
perium haben diesen Verdacht bereits lange und glauben,
dass weniger freundliche Absichten hinter der plötzlichen
Entscheidung der Föderation stehen, die Taurus-Aus-
dehnung zu erforschen und zu kolonisieren.

Als ein Vorfall tief innerhalb der Ausdehnung die Raum-
station bedroht, müssen Kirk, Spock und andere Spezialisten
der Vanguard-Crew beistehen. Dabei erfahren sie den wah-
ren Grund hinter dem Bau Vanguards ...

#2 RE: Star Trek Vanguard 1: Der Vorbote von Ekim 29.11.2011 10:40

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Wir lassen nie vom Suchen ab,
und doch, am Ende allen unsren Suchens
aind wir am Ausgangspunkt zurück
und werden diesen Ort zum ersten Mal erfassen.

T. S. Eliot, Little Gidding

Historische Anmerkung[/size]

Die Geschehnisse in "Der Vorbote" beginnen im Jahr 2263, kurz vor
der Beförderung von James T. Kirk zum Captain der Enterprise, und
enden im Jahr 2265, zwischen den Ereignissen von "Spitze des
Eisbergs" und "Pokerspiele".


[size=200]2263

Prolog



Commodore Matt Decker war sich nicht völlig sicher, wie er die An-
sammlung von Fusseln nennen sollte, die sic auf seiner unteren
Gesichtshälfte ausbreitete. Die Fussel waren zu lang, um nur als
Stoppeln durchzugehen, aber eindeutig zu kurz für einen richtigen
Bart. Während er mit dem Turbolit zur Brücke unterwegs war, fuhr
er sich bedächtig über sein Kinn und fand eine Beschreibung, die ihm
passend erschien: Es hatte was von Dreck.

Okey, so funktioniert das nicht, entschied er. Seiner Meinung nach
gab es für den kommandierenden Offizier eines Raumschiffes drei
Möglichkeiten; Er konnte glatt rasiert sein, einen Bart tragen oder
seinetwegen auch von Zeit zu Zeit etwas stachlig aussehen. Dreckig
kam auf jeden Fall nicht infrage. Es sei denn, es wäre ein unvermeidli-
cher Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Bart,
grübelte er. Das
wäre vollkommen in Ordnung.
Alle paar Monate spielte Decker mit
dem Gedanken, sich einen Bart wachsen zu lassen. Dann bemerkte er
aber normalerweise, dass die Anzahl der grauen Stoppeln an seinem
Kinn erneut zugenommen hatte und rasierte daraufhin den begin-
nenden Haarwuchs komplett ab - bis ihn irgendwann wieder die Neu-
gier plagte.

Das sanfte Brummen des Turbolifts erstarb, und die Türhälften
glitten auseinander. Eine geschäftige Aura, durchsetzt von sanftem
synthetischen Zirpen erfüllte die Brücke der U.S.S. Constellation. Als
die kräftigen Schritte des Commodore an Deck erklangen, erhob sich
sein erster Offizier, Hiromi Takeshewada, vom Sitz in der Mitte und
grüßte ihn. Decker erwiederte kurz das Nicken des zerbrechlich
wirkenden Offiziers, während er hinter den Kommunikationsoffizier
der Gamma-Schicht trat, dessen Namen ihm, mehrerer Erinne-
rungsversuche, wieder einmal entfallen war.

An der Wissenschaftsstation starrte Lieutenant Guillermo Masada
- dessen Bart ordentlich gestutzt war, wie Decker neidvoll bemerkte -
in der Sensorhaube, die einen blassen blauen Schimmer über die Au-
gen des Wissenschaftsoffiziers legte. Sein kurzer Pferdeschwanz
verletzte keinerlei Vorschriften, grenzte Masada aber auf gewisse
Weise von der großen Masse kurz geschorener Sternenflotten-Offi-
ziere mit Bürstenhaarschnitt ab. Obwohl es Decker nur selten zugab,
fand er die in diesem Punkt etwas starre Geisteshaltung der Sternen-
flotte manchmal albern.

Takeshewada trat an Deckers Seite, als Masada von seinen Sensor-
daten hoch sah und mit einem ernsten Gesichtsausdruck Blickkon-
takt mit seinen vorgesetzten Offizieren aufnahm.

Decker hielt sich nicht mit Smalltalk auf. "Bericht."

Masada für mit seiner Hand gedankenverloren hinter sein Ohr, als ob
er sich kratzen wollte. Er zog leicht an seinem Pferdeschwanz und
wandte sich dann Decker zu. "Wir haben gerade einen Routine-Scan
an den Bio-Proben von Ravanar IV durchgeführt", sagte er. "Bei den
meisten fanden wir nichts Außergewöhnliches." Er zeigte auf die
Sensorhaube und trat zur Seite, damit sich Takeshewada die Daten
selbst ansehen konnte. "Dann haben wir das gefunden."

Decker bemühte sich um Geduld, doch in solchen Situationen war
dies mehr als mühsam. "Guillermo, spannen Sie mich nicht auf die
Folter."
"Entschuldigung, Sir. Es handelt sich hier um eine Gen-Sequenz,
wie wir ncoh nie zuvor eine gesehen haben. Ich kann nur schätzen,
dass sie einige Millionen chemischer Basenpaare hat und damit deut-
lich komplexer ist als einfaches G-A-T-C. Es besitzt Moleküle, die wir
immernoch zu idendifizieren versuchen."
Takeshewadaschaute von der Sensorhaube auf. Ihre ohnehin schon
blasse Gesichtsfarbe wirkte noch ein wenig bleicher als gewöhnlich.
"Das ist unglaublich", sagte sie.
Die Arme vor der Brust gefaltet, sagte Decker zu Masada: "Und
woher kommt es? Handelt es sich um eine Art höhere Lebensform?"
"Eher nicht", erwiederte der Wissenschaftsoffizier. "Wir haben sie
aus einer Schimmelprobe."

"Einfach?" Decker schüttelte den Kopf, sowohl angesichts des
Wortes als auch aus schierem Staunen über die unerschöpfliche
Anzahl von Tricks, die das Universum aus seinem sprichwörtlichen
Ärmel schüttelt. "Das ist eine Menge DNS für etwas, das ich von
meinem Frühstück kratzen würde. UNd wo wir gerade davon spre-
chen..." Er wandte sich an den Yeoman, der hinter ihm stand.
"Lawford, bringen Sie mir einen Kaffee."
"Lawford wurde vor zwei Wochen zur Yorktown versetzt, Sir",
erwiederte der Yeoman. "Ich bin Guthrie."
Decker sah in ungeduldig an. "Und was hat das mit meinem
Kaffee zu tun?"
"Nichts, Sir."
"Danke, Lawford."
"Guthrie, Sir."
"Wie auch immer." Decker wandte sich wieder der Wissenschafts-
station zu, während der Yeoman leiser vor sich hin murmelnd davon
trottete, und sprach Masada an. "Wozu benötigt dieser Schimmel so
viele genetische Informationen?"

"Ich denke nicht, dass er sie wirklich braucht", erwiederte Masada.
Decker begann ärgerlich zu werden. "Das habe ich doch gesagt."
"Nein, Sir", sagte Masada. "Es hat den Anschein, dass nur ein
äußerst geringer Teil dieses genetischen Codes etwas mit dem
Schimmel an sich zu tun hat. Der Rest ist ... nun, einfach da."

Takeshewada verzog ihr Gesicht auf eine Weise, die klar erkennen
ließ, wie wenig befriedigend sie Masadas Antwort fand. "Aber was tut
er, Guillermo?"
Der Wissenschaftsoffizier presste die Lippen zu einer dünnen Linie
zusammen, zog die Augenbrauen hoch und zuckte mit den Schultern.
"Keine Ahnung. Ich kann Ihnen sagen, dass es etwas Großes ist, aber
darüber hinaus ..." Er schüttelte den Kopf.

"Meine Damen und Herren: Die Föderation in all ihrer geistigen
Überlegenheit". erwiederte Decker trocken. Seine düstere Stimmung
hellte sich ein wenig auf, als der Kaffee kam. Er nahm den Becher von
Guthrie entgegen und wandte sich wieder Masada zu. "Wie schnell
sind sie mit den nötigen Tests fertig, um mit einen richtigen Bericht
zu liefern."

"Ich bin nicht sicher, ob ich das überhaupt kann", sagte Masada.
"Unser Labor ist gut, aber nicht so gut. Wir müssen das ganze
Material - die Proben, die Scans, den ganzen Satz - an das Haupt-
quartier der Sternenflotte schicken, damit es dort untersucht wird."
Decker ließ seine Schultern enttäuscht sinken. "Ist das ihr Ernst?
Wir machen die Entdeckung unseres Lebens, und Sie sagen mir, wir
können nur etwas darin herumstochern?"

"Ich fürchte, so ist es, Sir." Masada sah noch enttäuschter aus als
sich Decker fühlte. "Mit der uns zur Verfügung stehenden Hardware
und der Stärke unseres wissenschaftlichen Personals könnten wir
Jahre mit diversen Untersuchungen verbringen, ohne auch nur einen
kleinen Erfolg zu erzielen." Niedergeschlagen fügte er hinzu, "Diese
Geschichte ist einfach zu groß für uns, um sie allein in Angriff zu
nehmen."

Mit einem schweren Seufzer gab sich Decker geschlagen. "Es gibt
ein altes Sprichwort auf der Erde", sagte er als er Masadas Schulter
tröstend drückte, "Einer für alle, alle für einen." Er nippte vorsichtig
an seinem Kaffee, ging die wenigen Stufen hinab und setzte sich mit
einem leisen Ächzen und knackenden Knien auf den Platz in der
Mitte. Er stellte den Kaffee abund drehte den Sessel in Richtung
Kommunikationsstation. Gerade als er den Mund öffnen wollte, um
einen Befehl zu geben, fiel ihm ein, dass er sich auch nicht an den
Namen dieses Offiziers erinnern konnte. Decker sah zu Takeshewada
und gab ihr mit einem kurzen Nicken zu verstehen, dass sie über-
nehmen sollte.

Glücklicherweise verstand ihn sein Erster Offizier sofort. "Ensign
Ponor, öffnen Sie einen sicheren Kanal zum Kommando der Sernen-
flotte", sagte sie. "Bereiten Sie sich darauf vor, Informationen von
Lieutenant Masadas Station auf sein Zeichen hin zu übermitteln."
Ponor bestätigte den befehl und wenige Minuten später beendete
Masada den Datentransfer. Takeshewada erschien an Deckers Seite
als er mit seinem Kaffee fertig war. "Übertragung vollständig, Sir.
Und wir haben neue Befehle von der Sternenflotte."

"Wie lauten sie?", fragte Decker und gab seinen leeren Becher
Guthrie, der mühelos den richtigen Moment abgepasst hatte, um den
Commodore von seiner kleinen Last zu befreien.
"Wir wurden zurück in den Raum der Föderation beordert", sagte
Takeshewada. "Wir sollen entlang der klingonischen Grenze im
Garima-Sektor patroullieren, bevor wir dann die Deep-Space-Station
K-7 anlaufen, um neue Lieferungen aufzunehmen."

Decker gab sich eine Zeit lang dem hypnotischen Anblick des
Hauptschirms hin, der die im Warpflug verzerrten Sterne zeigte.
"Sieht so aus, als ob die Taurus-Region auf jemand anderen warten
muss, der dort unsere Flagge hisst. Steuermann: Setzen Sie einen
Kurs zur Station K-7, der uns entlang der Grenze führt."
"Aye, Sir", erwiederte der Steuermann und errechnete die Koordi-
naten.

Es entsprach absolut nicht Deckers Natur, einem Geheimnis wie
dem des von Masada entdeckten Meta-Genoms den Rücken zuzu-
wenden. Fast noch schwieriger war es für ihn, von der Erforschung der
gänzlich unbekannten Taurus-Region abgezogen zu werden, um statt-
dessen normal Grenz-Patroullien zu fliegen. Aber als die Sterne
auf dem Hauptschirm verschwommen vorüber zogen und die Constel-
lation
Richtung Heimat flog, wusste er, dass die Arbeit, die er und
seine Crew - Hunderte von Lichtjahren von zuhause entfernt - be-
gonnen hatten, ohne Zweifel in sehr guten Händen war.

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